Arbeiten bei Sommerhitze: So bleibt das Büro auch an heißen Tagen produktiv

Arbeiten bei Sommerhitze: So bleibt das Büro auch an heißen Tagen produktiv

Wenn morgens um neun bereits darüber diskutiert wird, wer den letzten Platz neben dem Ventilator bekommt, hat das Büro möglicherweise ein Sommerproblem. Große Fensterflächen, direkte Sonneneinstrahlung und zahlreiche technische Geräte können dafür sorgen, dass sich Arbeitsräume an heißen Tagen schnell aufheizen. Spätestens am Nachmittag fällt dann selbst die Konzentration auf eine gewöhnliche E-Mail schwerer als sonst. Vollständig verhindern lässt sich Sommerhitze nicht, doch mit der richtigen Kombination aus Lüften, Sonnenschutz, weniger Wärmequellen und technischer Kühlung kann das Büro deutlich angenehmer bleiben.

Warum sich Büros so schnell aufheizen

Wie stark ein Büro auf hohe Außentemperaturen reagiert, hängt wesentlich vom Gebäude ab. Große Fenster können für angenehme helle Arbeitsplätze sorgen, lassen bei direkter Sonneneinstrahlung allerdings auch viel Wärme in den Raum. Besonders Räume auf der Süd- oder Westseite können sich dadurch über den Tagesverlauf stark erwärmen.

Hinzu kommen interne Wärmequellen. Computer, Monitore, Drucker, Beleuchtung und andere technische Geräte geben während des Betriebs Wärme ab. Bei einem einzelnen Notebook fällt das kaum auf, bei zahlreichen Arbeitsplätzen in einem Raum kann sich der Effekt jedoch summieren.

Auch die Gebäudesubstanz spielt eine Rolle. Manche Räume bleiben selbst während mehrerer warmer Tage vergleichsweise angenehm, während andere bereits nach dem ersten heißen Nachmittag deutlich aufgeheizt sind. Deshalb gibt es keine einzelne Maßnahme, die für jedes Büro gleichermaßen funktioniert.

Sinnvoller ist es, zunächst herauszufinden, wann und wodurch die größte Wärme entsteht. Danach lässt sich gezielter gegensteuern.

Morgens lüften, bevor die Hitze kommt

An warmen Sommertagen lohnt es sich, möglichst dann zu lüften, wenn die Außenluft noch vergleichsweise kühl ist. Das ist häufig am frühen Morgen der Fall. Wer die Möglichkeit hat, kann diese Phase nutzen, um aufgeheizte Innenluft gegen kühlere Außenluft auszutauschen.

Besonders effektiv kann Querlüften sein, wenn sich gegenüberliegende Fenster oder Türen öffnen lassen. Dadurch entsteht ein stärkerer Luftaustausch als bei einem einzelnen gekippten Fenster.

Mit steigender Außentemperatur verändert sich die Situation. Ist es draußen deutlich wärmer als im Büro, kann dauerhaftes Lüften zusätzliche Wärme hereinbringen. Dann ist das geöffnete Fenster nicht automatisch die beste Kühlstrategie.

Natürlich muss die Luftqualität im Raum trotzdem berücksichtigt werden. Gerade in Büros mit mehreren Personen bleibt regelmäßiger Luftaustausch wichtig. Lüften und Hitzeschutz müssen deshalb sinnvoll miteinander kombiniert werden.

Sonnenschutz beginnt vor dem Fenster

Ist die Sonnenwärme erst einmal im Raum angekommen, muss sie anschließend wieder abgeführt werden. Deshalb lohnt es sich, direkte Sonneneinstrahlung möglichst früh zu begrenzen.

Außenliegender Sonnenschutz kann dabei besonders wirksam sein, weil Sonnenstrahlen bereits abgefangen werden, bevor sie durch die Verglasung in den Innenraum gelangen. Je nach Gebäude kommen beispielsweise Rollläden, Raffstores oder andere Verschattungssysteme infrage.

Innenliegende Rollos und Jalousien können ebenfalls helfen, erfüllen aber nicht exakt dieselbe Funktion. Welche Lösung möglich ist, hängt natürlich auch davon ab, ob es sich um eigene Geschäftsräume oder gemietete Büroflächen handelt.

Wichtig ist vor allem das Timing. Wer die Verschattung erst aktiviert, nachdem sich der Raum bereits mehrere Stunden aufgeheizt hat, muss anschließend gegen die gespeicherte Wärme arbeiten. Ein früher Blick auf den Sonnenstand kann deshalb erstaunlich viel bewirken.

Auch Computer und andere Geräte produzieren Wärme

Im Büro denkt man bei Hitze zunächst an Sonne und Außentemperatur. Ein Teil der Wärme entsteht jedoch direkt im Raum. Elektrische Geräte wandeln einen Teil der aufgenommenen Energie letztlich in Wärme um.

Das bedeutet nicht, dass im Hochsommer vorsorglich sämtliche Computer ausgeschaltet werden sollten. Geräte, die gerade nicht benötigt werden, müssen allerdings auch nicht unnötig laufen. Das gilt beispielsweise für zusätzliche Monitore, Drucker oder andere Technik, die über längere Zeit ungenutzt bleibt.

Neben dem thermischen Effekt lässt sich dadurch gleichzeitig Strom sparen. Besonders bei größeren Büroflächen kann es sinnvoll sein, generell zu prüfen, welche Geräte außerhalb ihrer tatsächlichen Nutzungszeiten dauerhaft eingeschaltet sind.

Auch die Beleuchtung kann eine Rolle spielen. Moderne, effiziente Leuchtmittel entwickeln zwar deutlich weniger Wärme als ältere Technik, dennoch lohnt es sich an hellen Sommertagen, vorhandenes Tageslicht sinnvoll zu nutzen.

Ventilator oder Klimagerät?

Ein Ventilator senkt die Raumtemperatur grundsätzlich nicht wie ein Klimagerät. Die Luftbewegung kann jedoch dafür sorgen, dass die vorhandene Temperatur für Menschen angenehmer empfunden wird. Gleichzeitig sind Ventilatoren vergleichsweise unkompliziert einzusetzen.

Bei moderater Wärme kann das bereits ausreichend sein. Schwieriger wird es, wenn sich Räume über mehrere heiße Tage immer weiter aufheizen und auch nachts kaum noch abkühlen.

In stark aufgeheizten Räumen reichen Lüften, Sonnenschutz und Ventilatoren irgendwann möglicherweise nicht mehr aus. Gerade in Büros mit großen Fensterflächen geht heute ohne Klimagerät nichts mehr, wenn sich die Raumtemperatur während längerer Hitzeperioden dauerhaft auf einem unangenehmen Niveau bewegt.

Ganz so pauschal lässt sich die Notwendigkeit technischer Kühlung allerdings nicht für jedes Gebäude beurteilen. Verschattung, Dämmung, Raumgröße, Fensterflächen und Lüftungsmöglichkeiten beeinflussen den Kühlbedarf erheblich. Vor einer Anschaffung sollte deshalb geklärt werden, welche Art von Gerät zur jeweiligen Raumsituation passt.

Kühlung funktioniert nur mit der richtigen Dimensionierung

Bei einem Klimagerät ist nicht allein entscheidend, dass überhaupt eines vorhanden ist. Seine Leistung muss zur Größe und Wärmelast des Raumes passen. Ein zu schwaches Gerät kann dauerhaft arbeiten, ohne die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Neben der Raumfläche spielen beispielsweise Sonneneinstrahlung, Anzahl der Personen und technische Ausstattung eine Rolle. Ein kleiner Büroraum mit einem Arbeitsplatz stellt andere Anforderungen als ein Großraumbüro mit vielen Computern und großen Fensterflächen.

Auch Geräuschentwicklung verdient Aufmerksamkeit. Was im Wohnzimmer noch akzeptabel erscheint, kann während Telefonaten oder konzentrierter Arbeit erheblich störender wirken. Ein Bürogerät sollte deshalb nicht ausschließlich anhand seiner Kühlleistung ausgewählt werden.

Bei mobilen Geräten kommt zudem die Abluftführung hinzu. Die warme Abluft muss nach außen gelangen, ohne dass gleichzeitig möglichst viel heiße Außenluft zurück in den Raum strömt. Auch solche praktischen Details entscheiden darüber, wie sinnvoll eine Lösung im Arbeitsalltag tatsächlich funktioniert.

Trinken und Pausen nicht vergessen

Technische Maßnahmen verbessern das Raumklima, ersetzen aber nicht den vernünftigen Umgang mit hohen Temperaturen. Gerade an heißen Tagen sollte ausreichend getrunken werden. Wasser und andere geeignete Getränke sollten deshalb am Arbeitsplatz unkompliziert verfügbar sein.

Auch kurze Pausen können helfen, wenn die Konzentration nachlässt. Wer stundenlang versucht, trotz großer Hitze unverändert weiterzuarbeiten, wird dadurch nicht automatisch produktiver.

Je nach Unternehmen und Tätigkeit können außerdem organisatorische Möglichkeiten bestehen. Flexible Arbeitszeiten können beispielsweise dabei helfen, besonders konzentrierte Aufgaben in kühlere Tageszeiten zu legen. Das lässt sich natürlich nicht in jedem Beruf und jedem Betrieb gleichermaßen umsetzen.

Entscheidend ist, Hitze am Arbeitsplatz nicht ausschließlich als Frage des persönlichen Durchhaltevermögens zu betrachten. Wenn ein Büro regelmäßig unangenehm heiß wird, lohnt es sich, nach dauerhaften Lösungen zu suchen.

Das Büro für kommende Sommer besser vorbereiten

Der schlechteste Zeitpunkt, über sommerlichen Hitzeschutz nachzudenken, ist häufig der erste extrem heiße Nachmittag des Jahres. Dann sind Räume bereits aufgeheizt, Ventilatoren möglicherweise ausverkauft und kurzfristige Lösungen besonders gefragt.

Wer weiß, dass bestimmte Räume jedes Jahr problematisch werden, kann früher reagieren. Verschattung, Lüftungsmöglichkeiten und technische Ausstattung lassen sich bereits vor Beginn der heißen Monate überprüfen. Auch einfache Maßnahmen sind leichter umzusetzen, wenn sie nicht unter Zeitdruck beschlossen werden müssen.

Bei dauerhaft problematischen Büroflächen können darüber hinaus bauliche Verbesserungen interessant sein. Welche davon sinnvoll und möglich sind, hängt stark vom jeweiligen Gebäude ab. Bei gemieteten Räumen müssen entsprechende Veränderungen zudem mit dem Eigentümer abgestimmt werden.

Am Ende funktioniert guter Hitzeschutz meist nicht durch einen einzigen großen Trick. Frühzeitiges Lüften, Verschattung, weniger unnötige Wärmequellen und bei Bedarf eine passende technische Kühlung ergänzen sich gegenseitig. Dann muss auch der Platz direkt neben dem Ventilator nicht jeden Morgen neu ausgehandelt werden.

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